Dienstag, 22. November 2022

18 Uhr in Chile ist nicht gleich 18 Uhr in Deutschland

Bericht von Elisa Hoffmann aus Chile

Halli hallo ;)
mein Name ist Elisa Hoffmann, ich bin mittlerweile 19 Jahre alt und absolviere aktuell meinen Freiwilligendienst in einem Kinderheim in Valdivia in Chile.
Zu Beginn des Sommers hatte ich bereits in einigen Gemeinden das Projekt „Las Parras“ und die Idee des Freiwilligendienstes vorgestellt. Heute möchte ich mich mit einem kleinen Update melden:
Ganze drei Monate bin ich mittlerweile im Heim und konnte mich sehr gut einleben. Mir gefällt es sehr und ich habe meinen Platz im Heim gefunden.
Aktuell leben im Heim 12 Kinder, 6 Mädchen und 6 Jungen, mit einer Altersspanne von 8-19 Jahren. Dies bedeutet nicht nur eine bunte Bandbreite an charakterstarken Kids, sondern auch die Schwierigkeit, allen Kindern gerecht zu werden. Tag für Tag arbeiten hier ein Team aus Erzieherinnen, Sozialarbeiter*innen und Therapeut*innen für das Wohl der Kinder und sie sagen von sich selbst, dass die Arbeit im Heim mehr als nur Arbeit für sie ist. Seit August gehören ebenso auch meine Mitfreiwillige und ich zum Team.
Wir wurden herzlichst und mit der typischen chilenischen Mentalität willkommen geheißen und schnell wurde klar, unser Ankommen bedeutete für das Heim auch eine Art Neustart nach der Pandemie. Zwei Jahre lang war Chile mehr oder weniger stillgestanden und so konnten auch keine Freiwilligen hier hinreisen. Doch jetzt ist vieles wieder möglich und genauso viel ist auch bisher passiert: ich habe gelernt, wie man Empanadas (chilenische Teigtaschen) selbst macht, wie wertvoll es sein kann, eine Heizung im Winter zu haben, wie man Cueca (Nationaltanz) tanzt, wie Schweine, Hühner, Enten und Hunde versorgt werden, die absolute Improvisation in jeglicher Situation, wie man Feuer im hauseigenen Ofen zuverlässig macht, wie aus wenig Materialien wundervolles mit den Kindern gebastelt wird, dass 18:00h in Chile ungleich 18:00h nach deutschem Zeitverständnis bedeuten muss und natürlich wie man das genuschelte und schnelle chilenische Spanisch versteht.
Nicht zu vergessen, dass wir angefangen haben gemeinsam mit dem Heimleiter am Wochenende Ausflüge mit den Kindern zu machen. So ging es für uns zum Beispiel auf abenteuerlichen Wegen (für manche Kinder zum ersten Mal) in den Schnee, an den Strand an der Küste von Valdivia oder ans Flussufer des Flusses Callecalle.
Dort und auch im Heim kann ich gut meine Erfahrungen und Spielesammlung als Pfadfinderin einbringen und die Kinder freuen sich immer über neue Spiele und Ideen. Im Sommer (Januar) ist auch geplant mit allen während der Ferien in ein Lager zu
fahren. Denn das Heim hat es sich als Aufgabe gesetzt, auch „schwierigen“ Kindern ein Zuhause und eine hoffnungsvolle Zukunft zu bieten und ihnen schöne Erinnerungen zu schenken. Damit diese Ziele, die Ausflüge und das Lager überhaupt möglich gemacht werden, bedarf es Spenden des Fördervereins. Die staatlichen Gelder decken momentan aufgrund der auch in Chile angekommene Inflation nur etwas mehr als die Hälfte der monatlichen Kosten.
Sole, die Heimleiterin übt sich momentan immer mehr im Kalkulieren und ist jeden Monat über die Spenden aus Deutschland dankbar.
Wenn auch Sie das Kinderheim unterstützen wollen, würden wir alle - und natürlich besonders die Kinder - uns über Ihre Spende freuen!
Sie können sich drauf verlassen: Das Geld kommt sicher an ;)
Liebe Grüße
Elisa Hoffmann


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